Gehäuse wählen, wenn nur die Welle bekannt ist
Das Schild ist abgerieben, die Lagerbezeichnung unlesbar, die Maschine steht. Bleibt der Messschieber. Hier der Weg von der gemessenen Welle zum konkreten Gehäuse — und die Fallen unterwegs.
Wo messen
Messen Sie die Welle am Lagersitz, nicht daneben. Wellen sind oft abgesetzt, und fünf Millimeter sind eine andere Baugröße.
Messen Sie in zwei zueinander senkrechten Ebenen. Eine verschlissene Welle wird unrund — weichen die Werte um mehr als wenige Hundertstel ab, gehört die Welle instand gesetzt und nicht neu belagert.
Sitzt das Lager auf einer Spannhülse, ist der Wellendurchmesser kleiner als die Lagerbohrung. Bei Spannhülse misst man die Welle, nicht die Hülse.
Notieren Sie den gemessenen Wert, nicht den gerundeten. Der Katalog arbeitet ohnehin in Normgrößen.
Warum über das Lager und nicht über das Gehäusemaß
Es klänge einfacher: Welle bekannt, also Gehäuse mit diesem Durchmesser suchen. Es funktioniert nicht, aus einem banalen Grund.
Der Herstellerkatalog nennt den Wellendurchmesser nur bei einem Teil der Positionen — der Rest ist über Körpermaße beschrieben. Eine Suche über das Gehäusefeld lieferte eine Handvoll Treffer und überginge die meisten passenden.
Deshalb der längere, dafür sichere Weg: Welle → Lager mit dieser Bohrung → Gehäuse, die diese Lager aufnehmen. Der letzte Schritt kommt direkt aus dem Herstellerkatalog, der sagt, welches Lager in welches Gehäuse gehört.
Drei Dinge vor der Bestellung
Lagerbauart. Geteilte Gehäuse nehmen Pendelrollen- und Pendelkugellager auf — keine gewöhnlichen Rillenkugellager. Saß ein 6208 in der Maschine, ist ein geteiltes Gehäuse nicht die Antwort.
Befestigungsart. Das Lager kann aufgepresst sein oder auf einer Spannhülse sitzen. Das sind zwei verschiedene Gehäusegrößen bei gleichem Wellendurchmesser.
Dichtung. Filz reicht bis 4 m/s Umfangsgeschwindigkeit. Darüber: Lippe bis 8 m/s, dann Labyrinth. Bei Staub: Taconite.
Der Durchmesser allein genügt nicht. Bauart und Befestigung grenzen ebenso stark ein.
Machen Sie es hier
Unser Auswahlwerkzeug geht genau diesen Weg: gemessenen Durchmesser oder Lagerbezeichnung eingeben, das Ergebnis ist nach Gehäusereihen gruppiert. Zu jeder Position gehört eine Seite mit Maßen aus dem Herstellerkatalog.
Liegt Ihr Durchmesser in der Normreihe, gibt es dafür eine fertige Seite mit allen passenden Gehäusen — zum Weiterschicken, ohne erklären zu müssen, was einzugeben ist.
Quelle
Auswahlweg und Zuordnung Gehäuse–Lager: HFB-Katalog 2011/03. Dichtungsgeschwindigkeiten: Seite 6 desselben Katalogs.