Steh-, Flansch- oder Blechgehäuse
Über die Gehäusebauart entscheidet eines: wo die Fläche liegt, an die Sie es schrauben. Alles Weitere — geteilt oder ungeteilt, Guss oder Blech, wie das Lager auf der Welle sitzt — kommt danach.
Kurze Antwort
Montagefläche parallel zur Welle — Stehgehäuse. Fläche senkrecht zur Welle, also eine Wand oder Stirnplatte, durch die die Welle läuft — Flanschgehäuse.
Das ist das einzige Kriterium, an dem man nicht vorbeikommt: ein Flanschgehäuse steht nicht auf einem Rahmen, ein Stehgehäuse lässt sich nicht an die Wand schrauben. Größe, Lagerbefestigung und Gehäusewerkstoff wählt man erst danach.
Zuerst die Richtung der Montagefläche, dann alles andere.
Stehgehäuse
Ein Körper mit Fuß, verschraubt auf einer waagerechten oder senkrechten Ebene, die längs der Welle verläuft. Der Herstellerkatalog führt 18 Baureihen — von den geteilten SNI, SN und SD bis zu den ungeteilten SIG, SIH und UCP.
Geteilt oder ungeteilt zählt bei der Instandhaltung. Im geteilten Gehäuse nehmen Sie den Deckel ab und wechseln das Lager, ohne die Welle auszubauen; ein ungeteiltes muss abgezogen werden. Bei einer langen Welle mit montierten Rädern oder Kupplungen ist das der Unterschied zwischen einer Stunde und einem ganzen Tag.
Geteilt heißt Service ohne Wellenausbau. Ungeteilt heißt günstiger und kompakter.
Flanschgehäuse
Ein Körper mit Flansch, verschraubt an einer Wand oder Platte senkrecht zur Wellenachse — die Welle läuft durch die Öffnung. Das ist die größte Gruppe im Katalog: 34 Baureihen, darunter FI, OI, RI, UCF, UCFC und UCFL.
Die Flansche unterscheiden sich in Form und Bohrungszahl: viereckig mit vier, oval mit zwei, rund mit drei oder vier. Die Wahl richtet sich nach dem Platz um die Öffnung und dem Gewindebild — das Gehäuse selbst arbeitet gleich.
Blechgehäuse
Statt eines Gussteils ein aus Stahlblech gepresster Körper. Der Katalog führt sechs Flanschbaureihen (PF, PFD, PFL und ihre Varianten) sowie die Stehgehäusereihen PP und PPS.
Der Unterschied, den man sofort sieht, ist die Masse: ein Gehäuse PP 12 für ein Lager SA 201 wiegt 0,17 kg. Ein gegossener Körper derselben Größe wiegt ein Mehrfaches. Blech ist allerdings weniger steif und verträgt Stoßbelastung schlecht — wo etwas schlägt oder schwingt, kehrt man zum Guss zurück.
Blech, wo Masse und Preis zählen. Guss, wo Stöße auftreten.
Eine eigene Entscheidung: wie das Lager auf der Welle sitzt
Bei Gehäusen für Spannlager wählen Sie zusätzlich die Wellenbefestigung, und sie richtet sich nach der Drehrichtung. Der Exzenterring (Reihen HC und SA) ist für gleichbleibende Drehrichtung gedacht. Gewindestifte (UC und SB) vertragen wechselnde Richtung. Die Spannhülse (UK) eignet sich für höhere Drehzahlen und wechselnde Richtungen — bei der Montage dem Lager ein kleines Spiel lassen.
Alle diese Ausführungen sind beidseitig abgedichtet und mit Lithiumseifenfett der Klasse 2 gefüllt, zulässig von −30 °C bis +100 °C.
Quelle
HFB-Katalog 2011/03: Bauartaufteilung und Baureihenzuordnung aus dem Inhaltsverzeichnis, Massen aus den Maßtabellen, Wellenbefestigungen von Seite 119.